Die Welt des Weines auf der Züspa Zürich 2012

Von Marcel Prenz. Abgelegt unter Empfehlungen  |   
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red wine isolated © M.studio - Fotolia.com

Dieser Tag war so interessant und spannend, dass ich ihn unbedingt mit Ihnen teilen möchte:

Es war der 29. September 2012 und in Zürich, wo ich lebe und arbeite, fand die Züspa statt, die größte Züricher Publikumsmesse. Mein Schatz und ich machten uns auf den Weg zur Züspa, um uns von neuen, interessanten Dingen begeistern zu lassen.

Der Aufbau der Messen ist im Grunde genommen immer der selbe – man hat Aussteller, die ihre neuen Produkte präsentieren, welche, die aus dem Ausland kommen, unter anderen aus dem Kosmetikbereich und wiederum regionale Anbieter wie aus dem Bereich der Weine.

Und damit wären wir beim heutigen Thema. Mir wurde schon sehr oft die Frage gestellt: Marcel, welche Weine passen zu deinen Gerichten, die du auf deinem Blog vorstellst. Viele denken jetzt sicher, für ein Koch sollte das ja kein Problem sein, darauf zu antworten. Ganz so einfach ist es aber nicht, die Welt der Weine ist genau so komplex wie die des Kochens. Weine haben eine lange Tradition und es leben viele Menschen von diesem Produkt, die einen Wein nach sehr vielfältigen Kriterien beurteilen und empfehlen. Für einen Koch ist es eher eine geschmackliche Sache – passt der Wein oder passt er nicht. Sicherlich gibt es auch Köche, die sich in diese Richtung spezialisieren und ohne Probleme einen Wein empfehlen können. Auch ich habe jedoch gewisse Gerichte, bei denen ich mich schwer tue zu sagen, welcher Wein dazu denn nun optimal ist. Außerdem soll er der jeweiligen Person ja auch schmecken. Denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden ;-)

Deswegen ist so eine Messe wie die Züspa genau das Richtige für mich, um wieder auf den neuesten Stand zu kommen, mich inspirieren zu lassen und Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln.

Wie jedes Jahr starteten Schatz und ich ganz normal in der ersten Halle, denn die zwei letzten Hallen sind sozusagen unser Highlight, diese wollten wir uns für den Schluss aufheben.  Und wie immer hatte die Messe viel zu bieten, seien es japanische Köche, die ein veganes Sushi in Sekunden gezaubert haben oder ein Aussteller, der Gemüse schneller zerkleinerte als man schauen konnte. Das  nennt man Erlebnis-Gastronomie. Doch für mich als Koch war das trotzdem nicht das Beste…

Als wir endlich bei den letzten zwei Hallen angelangt waren, kamen wir gleich zu den Weinen. Das Angebot war wirklich enorm. Wir liefen von Händler zu Händler und wurden als Erstes von einem Weinproduzenten angesprochen. Er zog uns förmlich in seinen Verkaufsstand und fragte uns, was für Wein wir am liebsten haben. Die Antwort darauf war rot und fruchtig. Er grinste und meinte er hätte den perfekten Wein für uns und irgendwie kam mir der Spruch bekannt vor. Ich bekam schnell das Gefühl, dass er nur verkaufen wollte, was mir nicht gerade gefallen hat. Doch die Weine sprachen eine eigene Sprache mit mir und meiner Zunge und ich entschloss mich trotz unbefriedigender Beratung zu einem Kauf.

Als wir danach um die nächste Ecke bogen, kam uns auch schon der nächste Verkäufer entgegen und fragte uns, ob wir interessiert seien. Wir lehnten dankend ab, liefen weiter und da passierte es: Wir stießen wieder auf einen Stand mit Weinen, wo natürlich auch ein Verkäufer tätig war. Und auch er fragte, ob wir uns für guten Wein interessieren. Wir sagten ja, aber auch, dass wir schon welchen gekauft und kein Interessen an einem weiteren Einkauf hätten. Darauf fragte er uns, wo wir denn gekauft hätten. Wir nannten ihm den Namen und kamen ins Gespräch. Schnell wurde mir klar, das war ein echter Profi. Ihm ging es nicht in erster Linie ums Verkaufen, sondern wirklich um seinen Wein, den er hier auf der Züspa präsentierte. Er faszinierte mich mit seinem Wissen über Wein, das phänomenal war. Er erzählte auch viel über die Entstehung des Weines. Zum Beispiel, dass es verschiedene Erdschichten gibt, die den Geschmack der Traube maßgeblich mit beeinflussen. Und er berichtete uns, dass er durch die ganze Welt reist, um Weinanbaugebiete zu besuchen, wie die Châteaux Mouton-Rothschild und Lafite-Rothschild, wo zwei Spitzenweine hergestellt werden, von denen die Flasche mal schnell drei- bis viertausend Franken kosten kann. Er hat so ein Wissen über Wein – echt der Wahnsinn.

Es gibt Menschen, die erlernen den Beruf des Weinakademikers, um den Leuten Rede und Antwort stehen zu können, wenn es um Wein geht. Ich selber kenne ein paar dieser Leute, doch diese konnten mich nie so mitreißen. Nach einigen Minuten fragte ich ihn nach seinem Namen, den er erst nicht sagen wollte ;-) , er machte es echt spannend. Später, nach einer Weile Fachsimpelei nannte er ihn dann doch, er heißt Hans-Jürgen Wach. Bald waren wir per Du und auch er fragte uns, was wir für Wein gerne haben und auch er bekam die Antwort rot und fruchtig. Doch was er dann für Wein brachte, war echt der Knaller. Absolut fantastisch das Bouquet im Glas, der Geschmack einfach nur -  WOW. Wenn man überlegt, dass der Hans uns vorher überhaupt nicht kannte und von uns nur gesagt bekam, dass wir gerne fruchtigen Rotwein trinken… Er brachte einen Wein nach dem anderen und wenn man dachte, der war jetzt Klasse, dann setzte er mit dem nächsten Wein noch eins drauf. Als wir dann meinten, jetzt kann es gar nicht mehr besser werden, zeigte er uns noch Champagner, bei dem selbst mir die Worte fehlten.

Hans verfügt über eine Leidenschaft und hat ein Feuer in seinen Augen, das mich echt begeisterte. Wenn man bedenkt – Hans-Jürgen Wach ist zu 90 % gehörlos und konnte uns nur mittels eines speziellen Mikrofons verstehen. Er liebt den Wein und das spürt man. Und wenn ich Ihnen eine Empfehlung geben darf – besuchen

Sie ihn auf einer seiner Messen und lassen sich von seiner Kompetenz und der Passion zum Wein um den Finger wickeln. In den 20 Jahren als Koch ist mir noch nie so ein Mensch begegnet, der so eine Leidenschaft zum Wein entwickelt hat wie er. Sollten Sie ihm mal auf einer der Messen begegnen, erzählen Sie mir doch bitte, wie Ihnen das Gespräch mit ihm gefallen hat – und natürlich auch die Weine, die Sie bei ihm probieren konnten.

Und ich bin mir sicher, die nächste Weinbestellung mache ich beim Hans-Jürgen Wach! Falls Sie kein Freund von Messen sind, ist das auch kein Problem. Am Ende des Artikels finden Sie den Kontakt zu Hans-Jürgen Wach.

Schlusswort: Die Welt des Weines ist genau so interessant wie die des Kochens und beide haben sie eine Sache gemeinsam: Das Wichtigste ist der Geschmack. Was ist das beste Essen ohne einen guten Wein dazu und umgekehrt?

Haben Sie noch Fragen? Oder Anregungen? Oder kennen Sie eine noch unentdeckte Weinrarität, die in Augenschein genommen werden sollte? Lassen Sie uns doch gemeinsam Erfahrungen austauschen, um das eine oder andere gute Tröpfchen zu finden, das in irgend einem Keller schlummert und von dem vielleicht noch niemand etwas weiß.

Wie versprochen hier die Adresse:

Hans – Jürgen Wach

Zurlindenstrasse 29

4133 Pratteln

Tel. +41 (0) 61 821 42 11

Mobil. +41 (0) 79 669 88 53

Email. hans.wach@laforest.ch

Per Email ist er am schnellsten zu erreichen ;-)

Herzlichst

Ihr Marcel Prenz

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